Saranda – das Zentrum der Urlaubs-Unterhaltung
In Saranda geht die Post ab und das rund um die Uhr
Gleich vorweg: Saranda ist eine Partystadt. Während Ksamil ein eher kleiner Ort mit überschaubarer Siedlung ist , ist Saranda als größte Stadt Südalbaniens das Zentrum der Partygesellschaft. Hier ist immer was los – und das rund um die Uhr. Dabei ist es interessant, von oberhalb aus zu beobachten. Durch die Hügellage unseres Hotels (Sunset Shoreline Saranda) konnten wir das Treiben aus der entspannten Ferne beobachten.

Ein Mischmasch aus Schreien, Autoverkehr, Schiffen und die regelmäßigen Aufrufe des Muezzins zum Gebet kommen am Hügel an. Auch Musik dröhnt herauf, was der Szene einen Hauch von Skurrilität verleiht. Nicht immer werden die getakteten Gesänge aus den Moscheen von der Musik übertönt, oder umgekehrt.
Gesänge des Muezzins vereinen sich mit Partymusik
Auch das allgegenwärtige Hupen von Autos ist vom Hügel aus vernehmbar. Der gesamte Klangteppich ergibt ein Potpourri, das aus der Ferne sogar Unterhaltungswert hat. In der Nähe ist es für uns zu stressig, so haben wir das empfunden. Gerne am Tag oder Abend über die Strandpromenade schlendern, auch mal was Essen gehen in den zahlreichen Restaurants, die sehr gutes Essen servieren. Aber mitten in der Stadt wohnen und dauernd diesem Trubel ausgesetzt sein – nein, das ist nichts für uns! Deshalb haben wir uns auch für das Hotel Sunset Shoreline Saranda entschieden, dass wir aus der nötigen Ferne einen gesunden Abstand einhalten können. Zum Sunset Shoreline Saranda gibt es einen eigenen Artikel – nämlich hier.

Die Stadt Saranda ist das Zentrum von Südalbanien. Kein Wunder, dass hier so viel los ist, wenn immer man an der albanischen Riviera ist, kommt man früher oder später an Saranda vorbei. Außerdem ist die Stadt das Tor nach Ksamil und Butrint in Albanien und Ausgangspunkt für eine Fahrt mit der Fähre nach Griechenland.
Von Saranda laufen die Fähren nach Griechenland aus
Saranda hat einen internationalen Hafen, weil dieser hier eine EU-Außengrenze darstellt. Will man also von hier aus mit der Fähre nach Griechenland fahren, muss man einen gültigen Reisepass besitzen, mitgebrachte Dinge verzollen und ein Formular ausfüllen. Dies geht recht rasch im Internet, wenn man die Tickets für die Fähre kauft. Je nach geplanter Abfahrtszeit und Rückfahrzeit variieren die Preise, vergleichen lohnt sich. Es fahren mehrere Anbieter regelmäßig hin und her. Wir haben uns für die Albanian Luxury Ferries entschieden, welche ihren Heimathafen in Saranda haben. Die anderen Fähren werden von griechischen Anbietern betrieben. Dies macht auf den ersten Blick keinen Unterschied, wir hatten aber den Vorteil, dass die Fähre von Albanian Luxury Ferries nicht so voll war wie die anderen – und das in beiden Richtungen. Man kann sich auf der Fähre frei bewegen und die Fahrt richtig genießen, weil man auch ausreichend Sitzplätze zur Verfügung hat. Die anderen Schiffe schauten nicht nur auf den ersten Blick ziemlich voll aus, sie waren es auch. Ein Tagesausflug nach Korfu ist immer eine gute Idee – man hat andere Blickwinkel vom Meer aus auf die Umgebung und Korfu-Stadt ist auch einen Besuch wert. Ein kleiner Wermutstropfen in Griechenland: die Preise! Schaut man sich die Euro-Preise an, wird einem schwindlig, wenn man albanische Verhältnisse gewohnt ist.

Stadtstrand oder lieber Privatstrand?
Mitten in Saranda an der großen Promenade liegt der Stadtstrand, auf dem die Liegeplätze in der Urlaubssaison frühmorgens bereits vergeben sind. Hier gibt es nur begrenzt Liegefläche, dafür gibt es immer etwas zu sehen: ein- und auslaufende Schiffe und Fähren und auf der Promenade ist in den Cafés, Bars und Restaurant auch was los.
Wer es nicht so beengt mag, dem kann man nur raten, die entfernteren Strände zu besuchen. Dies ist einerseits mit dem Auto nur begrenzt möglich, weil es nicht viele befestigte Straßen zu den einsameren Stränden gibt. Die Mietauto-Verleih-Firmen lassen einen unterschreiben, dass man keine unbefestigte Straßen befahren darf, im Zweifelsfall drohen Bußgelder. Also muss man entweder weit durch die Hitze marschieren, oder man macht eine Bootstour.

Auf Bootstouren kann man die schönsten Strände unbeschwert erkunden
Wer Anbieter von Bootstouren mit ihren kleinen Verkaufsständen am Abend in der Stadt kennt, zum Beispiel von Kroatien, der weiß, dass sich einige rund um den Hafen anpreisen. Doch in Saranda konnte ich etwas erleben, das ich noch nie bis dato gesehen hatte: eine solche Vielzahl von verschiedenen Anbietern, die gefühlt kilometerweise ihre Stände und Touren anpreisen. Es ist ziemlich schwierig, aus der Fülle der Anbieter das richtige zu finden. Dort muss man halt vergleichen, einerseits, was die Leistung betrifft, andererseits auch vom Preis her. Es gibt vom großen Dreimaster-Piratenschiff bis zum kleinen Fischerboot so ziemlich alles, was sich einigermaßen im Meer über Wasser halten kann. Von der Luxus all-inclusive Piratenfahrt bis zum Partyschiff-Ausflug ist alles dabei. Auch gemäßigtere Touren sind möglich, die meisten Anbieter fahren mehrere Strände (ca. 6-7 verschiedene) an und bieten auch Schwimmaufenthalte an den Stationen an.
Die schönsten Strände der Umgebung haben wir im Rahmen eines Bootsausflugs besucht. Diese waren für uns:
Vor allem Kroreza Beach hat es uns sehr angetan. Hier hat man einen Aufenthalt (bieten die meisten Veranstalter) von ca. 1,5 Stunden. Es gibt Liegestühle und Sonnenschirme zu mieten, einen sauberen Kiesstrand und auch drei Restaurants mit Bars. Das schöne daran: dieser wundervolle Strand ist nur über das Meer erreichbar. Auch die anderen Stopps (zum Schwimmen) waren sehr schön. Hier ist es überhaupt schwer, einen nicht so schönen Strand zu finden, alles sieht wunderbar aus. Am Schiff selbst wird es während der Fahrt nicht langweilig, kann man doch die anderen Gäste betrachten und wie sich die Kulturen unterscheiden. Man sieht freizügige Girls aller Nationalitäten, gleich daneben sitzen aber Gläubige im Burkini. Die Küste mit dem Boot gemütlich entlangzufahren hat auch seinen Reiz, sieht man doch einiges.


Albanien – das Land der Bunker?
Schippert man also gemütlich mit dem Boot der Küste entlang, offenbaren sich einige Dinge, die man von Land aus wahrscheinlich nicht sehen würde. So kommt man an zahlreichen Baustellen oder halbfertigen Häusern vorbei. Zugegeben, diese „Bausünden“ sieht man auch mitten in den Städten und Dörfern oder auch einfach von der Straße aus. In den Reiseführern kann man lesen, dass sich Albanien vor allem durch drei Dinge auszeichnet:
- Bausünden (halbfertige Hotels, Häuser oder Gebilde)
- Mercedes-Autos (deutsche PKW-Hersteller sind hoch im Kurs, vor allem aber das Statussymbol Mercedes) und
- Bunker.
Und genau das sieht man direkt an der Küste: viele Bunker. Die meisten sind relativ klein, so dass nur ein bis zwei Mann darin Platz finden würden. Jedoch war anscheinend das der Plan: möglichst viele Bunker mit wenigen Menschen zu besetzen, aber dafür die ganze Küste abzudecken. Gut nur, dass die Bunker nie im Einsatz sein mussten, die Paranoia der Anführer im Regime war nur in deren Kopf. Schade nur, dass man so viel Beton und Eisenbewehrungen verschwenden musste, die heute (und noch viele weitere Jahre) die Gegend verunglimpfen. Bunker verfolgen einen auf jedem Schritt, sei es an der Küste, mitten im Land, in einem Feld oder auf den Hügeln.

Perfekter Sundowner Spot in Saranda: die Höhenburg Lëkurësit
Fast überall von Saranda aus sieht man hinauf, auf den höchsten Punkt, dorthin, wo die Höhenburg Lëkurësit steht. Es ist eine nicht so kurze Fahrt hinauf, muss man doch einige Höhenmeter mit dem Auto überwinden (zu Fuß lieber nicht, zu weit, zu heiß). Dazu noch müssen die letzten Meter auf einer Schotterstraße bewältigt werden, was den Abenteuerfaktor mit dem Mietauto noch erhöht. Auf der Burg angekommen ist man gleich angetan von dem Rundumblick, der sich auftut. Hier muss man nicht mal Eintritt zahlen, das Restaurant ist eine Special Location für Feiern und Events aller Art und bietet unzählige Sitzplätze auf verschiedenen Ebenen der Burg. Hier einen Aperitiv einzunehmen beim Sonnenuntergang ist etwas ganz besonderes. Man hat einen perfekten Blick auf die Bucht von Saranda, die Ksamil-Inseln und Korfu.

Saranda befindet sich hier auf Google Maps:
Hier die Bildergalerie zu Saranda:


















