Butrint – eine Zeitreise zu den Ruinen verschiedener Epochen
Im Nationalpark Butrint kann man Spuren vergangener Tage entdecken
Der Besuch im Butrint-Nationalpark ist eine Mischung aus Ruinen-Besichtigung, Finden von archäologischen Spuren, Bestaunen von Denkmälern und Genuss von einzigartiger Natur. Butrint liegt unweit von Saranda im Süden Albaniens und schließt direkt an Ksamil an. Ein Parkplatz ist direkt vor Ort vorhanden, es verkehren aber auch Linienbusse von Saranda und Ksamil aus dorthin.

Für die Besichtigung der Ruinenstadt von Butrint muss man natürlich Eintritt zahlen. Butrint ist als Nationalpark etabliert und bietet abwechslungsreiche Landschaften und Überreste der verschiedenen Kulturen, die sich hier niedergelassen haben. Und das waren einige: die Griechen, die Römer und die Osmanen. Die Zeitspanne, aus der Reste übriggeblieben sind, umfasst ca. 2.500 Jahre. Allein deshalb ist Butrint schon einen Besuch wert, Gründe dafür gibt es aber viel mehr.
Am Lake Butrint (Lake Ksamil) treffen sich die Straßen von Südeuropa
Dass Butrint strategisch gut liegt, sieht man sofort. Es treffen hier Lagunen, Meerengen, Landzungen und Täler aufeinander. Dazu die Lage auf der Landkarte: die Grenze zu Griechenland ist nur ca. 20 Kilometer entfernt. Butrint liegt also an einem strategisch idealen Ort, um an der Küste von Süden nach Norden zu gelangen.
Der Butrintsee (Lake Butrint) ist eine Mischung aus Süß- und Salzwasser. Er wird einerseits vom Blue Eye und durch die Flüsse Bistrica und Pavlla gespeist, andererseits ist er direkt mit dem Meer verbunden. Diese Umstände machen ihn ideal für den Muschelanbau. Muschelzuchten gibt es hier einige und die Muschelfischer zeigen einem, dass man die Miesmuscheln direkt roh genießen kann.

Die Straße von Ksamil scheint in Butrint am Parkplatz zu enden, der Butrintsee trennt hier das Land durch seinen Meerzulauf. Will man aber auf die andere Seite übersetzen, kann man die Fähre verwenden, auf der auch Autos Platz haben, im Minutentakt setzt der Fährverkehr in beide Richtungen über. Am anderen Ufer kann man das venezianische Fort erkunden, das mit seinem dreieckigen Grundriss etwas Besonderes darstellt.
Ali Pasha hat auch hier seine Spuren durch eine Burg hinterlassen
Wer in Albanien unterwegs ist, wird immer wieder auf verschiedene Persönlichkeiten treffen, die die Geschichte das Landes mehr oder weniger nachhaltig geprägt haben. Enver Hoxha ist eine davon, aber es gibt Menschen, die schönere Spuren hinterlassen haben: Ali Pasha zum Beispiel.
Ali Pasha wurde im 18. Jahrhundert unserer Zeit geboren. Er lebte von 1744 bis 1822 und hat am Höhepunkt seiner Macht zahlreiche Bauten anlegen lassen, die uns heute noch an ihn erinnern. Er herrschte durch List und Gewalt und war zu seinen Glanzzeiten Herrscher von Südalbanien und eines großen Teils von Griechenland. Die Ali Pasha Brücke in Gjirokaster (siehe Beitrag hier), das Ali Pasha-Aquädukt in der Nähe von Tepelena, die Festung von Ali Pasha in Mahala und Ali Pasha’s Castle in Butrint stehen heute noch. Hier ist eine Luftaufnahme von letzterer Burg am Eingang zur Bucht von Butrint:

Butrint Nationalpark: Ruinen, Muscheltouren, Bootsauflüge
Am Parkplatz von Butrint wird man angesprochen, ob man vielleicht einen Bootsausflug zu Ali Pasha’s Castle machen möchte, welches ca. 1 Kilometer von Butrint in Richtung Meer auf einer Insel steht. Am Butrintsee kann man ebenso Bootsausflüge und Muscheltouren unternehmen. Zusammen mit einem Muschelfischer besucht man die Zuchtplätze und fährt die Reusen ab, in denen Miesmuscheln gezüchtet werden.

Doch nun zurück zum eigentlichen Besuch von Butrint – der antiken Ausgrabungsstätte. Auf einem Hügel befinden sich zahlreiche Bauten, Zisternen und Überbleibsel aus verschiedensten Epochen der Weltgeschichte. Die Ausgrabungen fördern immer mehr Details zu Tage und sind wahrscheinlich noch lange nicht abgeschlossen. Neben dem Asklepios-Tempel findet man ein römisches Theater, eine Agora, eine christliche Taufkapelle mit dem berühmten Mosaikboden und eine große Basilika, von der erstaunlich viele Wände noch stehen. Außerdem gibt es eine gut erhaltene venezianische Burg am höchsten Punkt des Hügels, in der das Museum untergebracht ist und am Eingang zur Ruinenstadt steht ein venezianischer Turm, der noch vollständig vorhanden ist. Dazwischen findet man Spuren weiterer Bauwerke, Tore und Ausblicke auf den Butrintsee.


Ein Rundgang mit Tiefgang – Butrint
Der Rundgang in Butrint nimmt ca. 2 Stunden in Anspruch. Man wandert quasi die ganze Insel ab und macht Halt an den angebrachten Infotafeln, bestaunt die Ruinen und Bauten und schlendert gemütlich weiter. Dabei sollte man nicht vergessen, dass hier hohe Temperaturen herrschen: Tagsüber im Sommer sind Temperaturen weit über 30 Grad im Schatten keine Seltenheit, sondern an der Tagesordnung. An der Ausgrabungsstätte wird zwar Werbung für ein Café gemacht, dies hat aber seit einigen Jahren bereits geschlossen, so abgewrackt schaut es aus. Leider gibt es auf der Burg beim Museum auch keine Erfrischungen, sondern nur einen Bücherstand, also selbst Getränke mitnehmen! Es gibt zwar Marktstände direkt am Ausgrabungsgelände, hier gibt es aber Honig, Schmuck und Selbstgemachtes. Das geöffnete Gasthaus liegt am Parkplatz und ist nur von außen erreichbar!

Ein rundes Erlebnis in Butrint: für jeden und jede was dabei!
In Butrint kommt jeder und jede auf seine/ihre Kosten. Das Gebiet ist so umfassend interessant und dein einzelnen historischen Abschnitten zugeteilt, dass der Rundgang zum Erlebnis wird. Kein Wunder, dass der Butrint-Nationalpark eine der am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten in Albanien ist!

Butrint befindet sich hier auf Google Maps:
Hier mein Video zu Butrint:
Hier die Bildergalerie von Butrint:












