Der Thumeserhof in Schmirn ist der perfekte Ausgangspunkt für traumhafte Skitouren oder Bergtouren
Schmirn, Parkplatz Wildlahner – als Skitourengeher denkt man unweigerlich an den Olperer und den Kleinen Kaserer als Traumskitouren
Schmirn – jedes Bergsteigerherz steigt höher, wenn es um dieses langgezogene Tal geht. Es zeigt sich sehr abwechslungsreich und bietet Platz für viele tolle Touren das ganze Jahr über. Vor allem als Skitourendestination hat es mir Schmirn angetan. Es befinden sich sehr tolle Berge rundum und somit auch vielschichtige Skitourenziele. Für jede Kondition und Willensstärke kann etwas dabei sein, landschaftlicher Hochgenuss bietet sich auf jeden Fall.

Allen schönen Bergen rundum steht der Olperer voran, der als Sehnsuchtsziel in den Tuxer Alpen ein lohnendes Alpinerlebnis, sowohl im Sommer, als auch im Winter, bieten kann.
Der Olperer hat zwei Gesichter: kürzester Anstieg 300 Höhenmeter, längster 2.000 Höhenmeter
Der Olperer ist hier das Top-Ziel, das mich regelmäßig in diese schöne Region von Tirol bringt. Er ist ein sehr bekannter Berg, Bergsteigerlegenden wie Peter Habeler haben ihn unzählige Male erklommen. Dies zu recht – Kenner wissen, der beschwerliche Aufstieg zum Olperer ändert sich mit jedem Tag. Zwischen komplett eisfrei bis zu überwechtet stellen sich die Anstiegsgrate (Nordgrat – Wildlahnergrat oder Südostgrat – Schneegupfgrat) dar.
Ein Bergsteiger-Original, der den Olperer in seinem Leben über 200 Mal bestiegen hat ist Andreas „Ander“ Plattner-Dvorak vom Thumeserhof in Schmirn/Wildlahner. Kein Wunder, der Hof, der auch liebevoll eingerichtete Ferienwohnungen über Urlaub-am-Bauernhof vermietet, liegt gerade 150 Meter vom Ausgangspunkt „Parkplatz Wildlahner“ im schönen Wildlahnertal entfernt. Ander wohnt also direkt im „Olperer-Basecamp„. Im Gespräch mit Ander leuchten seine Augen sofort, wenn er das Wort „Olperer“ hört. Bei fast jeden Verhältnissen wäre er schon am Gipfel gestanden, kenne alle Aufstiege und den Berg als Ganzes wie seine Westentasche.

Dazu sei zu erwähnen, dass im Aufstieg von Schmirn/Wildlahner aus 2.000 Höhenmeter bis zum Gipfel zu bewältigen sind. Zuerst gemütlich ins Wildlahnertal, wo sich der Blick auf das Gipfelziel bald bietet, später dann steilt sich das Gelände immer mehr auf. Einige Steilstufen müssen im weitläufigen Tal bzw. Talschluss überwunden werden, um Meter nach oben machen zu können. Man spürt deutlich, dass sich die Höhe steigert, weil sich üblicherweise auch die Schneequalität ändert. Bei solchen langen Anstiegen weiß der erfahrende Skitourengeher, dass verschiedenste Schneearten ganz normal sind. Dennoch staune ich jedes Mal, wenn ich hier unterwegs bin, wie abwechslungsreich sich der Aufstieg – und auch die anschließende Abfahrt – gestaltet. Klar, der berühmte Eisbuckel am Gipfelaufbau des Olperer bietet meistens harsche, wenn nicht eisige Verhältnisse. Dazwischen kann alles vorkommen, vom gut konservierten Pulverschnee bis zum glänzenden Blankeis.
Komplette Hochtourenausrüstung ist Pflicht und bietet die Grundlage für ein sicheres Gipfelerlebnis
Dass man hier eine komplette Hochtourenausrüstung mitbringen muss, ist unerlässlich. Neben Harscheisen, LVS-Gerät, Lawinensonde und Notfallausrüstung gehören Klettergurt, Pickel und Steigeisen ins Gepäck. Solch ein großes Ziel und dann noch den überschweren Rucksack hochtragen? Ja, wo soll man seine Ausrüstung besser einsetzen als hier, wo es die Umgebung auch zwingend verlangt?

Zugegeben, den Olperer kann man auch locker mit dem Lift von Hintertux aus angehen. Der oberste Schlepplift bringt einen nach zwei Sektionen durch das Skigebiet Hintertuxer Gletscher direkt auf die Wildlahnerscharte, wo man auch von Schmirn her hingelangt. Doch ist es dasselbe? Wenn man Ander Plattner-Dvorak fragen würde, sicher nicht! 300 Höhenmeter ist der Anstieg von der Wildlahnerscharte über den namenstragenden Nordgrat lang. Diese 300 Höhenmeter muss man auch meistens kletternd bzw. im Steilgelände stapfend mit Pickel und Steigeisen überwinden.

Anstieg von Schmirn aus – 2.000 Höhenmeter. Mit dem Lift von Hintertux – 300 hm
Nicht jeder kann diesen Anstieg bewältigen. Nach 1.700 Höhenmeter Skitouren-Aufstieg auf die Wildlahnerscharte muss man körperlich und vor allem geistig noch fit sein für den Gipfelaufbau. Die Kletterei selbst ist nicht sehr gefährlich, die Umstände (wechselnde Verhältnisse) und die Exponiertheit (enger Grat im Absturzgelände) sind es schon. Man muss an dieser Stelle seinem müden Körper noch einiges abverlangen und konzentriert steigen.


Die Belohnung – der Olperer-Gipfel – stellt eine herausragende Leistung dar
Gehört man zum erlesenen Kreis der Olperer-„Bezwinger“ und kann einen Gipfelsieg verbuchen, kann man stolz auf sich sein. Musste man kurz vor dem Ziel wegen Wetterumschwung oder mangelhaften Bedingungen umdrehen, was soll’s? Dann geht’s ein anderes Mal! Das Abenteuer ist am Gipfel (oder kurz davor) nämlich noch lange nicht vorbei. Man muss den Grat wieder heil hinunterkommen. Dies wird meistens durch Abseilen erreicht. Es sind Metall-Steigbügel verbaut, die in regelmäßigen Abständen für den Auf- und Abstieg Sicherungsmöglichkeiten bieten. Ist man heil wieder auf der Wildlahnerscharte zurück, locken noch 1.700 Höhenmeter Abfahrtsgenuss zurück zum Ausgangspunkt Parkplatz Wildlahner oder Thumeserhof.
Hier mein Video vom Kaserer Winkel, dem Kleinen Kaserer, der Wildlahnerscharte und dem Olperer:
Und die Bildergalerie dazu:










Der Thumeserhof als Ausgangspunkt in Wildlahner auf Google Maps:

